Allgemeine Information

 

Morak präsentiert Initiative "Kunst gegen Gewalt"


Mit Mitteln der Kunst vielfältige Ursachen von Gewalt thematisieren


Wien (OTS) - "Ausgangspunkt der Initiative war es, eine künstlerische und intellektuelle Debatte über ein grundsätzliches gesellschaftspolitisches Problem anzuregen", so Kunststaatssekretär Franz Morak, heute, Freitag, anlässlich der Vorstellung der Projektreihe "Kunst gegen Gewalt".


"Gewalt in all ihren Erscheinungsformen hat Ursachen, die in Wahrnehmungsdifferenzen zwischen einzelnen Menschen, Gruppen oder Nationen liegen und sich in Machtstrukturen, Ideologien und Herrschaftskonzepten manifestieren, welche dann mit gewalttätigen Mitteln durchzusetzen versucht werden. Millionen von Menschen erleben Gewalt, Krieg, Verletzungen und Unterdrückung ihrer Menschenrechte und Menschenwürde als leidvolle Alltagsrealität" so Morak weiter.


Vor diesem Hintergrund sowie den Ereignissen des vergangen Jahres und deren Folgen habe sich diese Initiative auf seine Anregung hin gebildet, mit dem Ziel, "die Öffentlichkeit durch die Mittel und Ausdrucksweisen der Kunst mit diesem Thema zu konfrontieren und zu sensibilisieren" so der Staatssekretär. Geplant seien daher eine Reihe von Veranstaltungen aus den verschiedensten Kunstsparten, "die unter das Motto ‚Kunst gegen Gewalt' gestellt werden bzw. die vielfältigen Ursachen von Gewalt in unserer Gesellschaft mit künstlerischen und kreativen Mitteln thematisieren", so Morak weiter.


Besonders erfreulich sei die breite Resonanz und Akzeptanz, die diese Initiative gezeigt habe, was sich durch das breite Spektrum einerseits der Projekte, andererseits der derzeitigen Mitglieder der Plattform zeige.


Den Startschuss für das Thema wird die Premiere der Oper von Leoš Janácek "Jenufa" am 24, Februar sein, die auch von der Staatsoper unter diese Motto gestellt wurde. Schlusspunkt der Veranstaltungsserie wird der 1. Kindertag in der Oper im Februar 2003 sein, wenn mit den Wiener Philharmonikern unter Seiji Ozawa für 5000 Kinder " Don Giovanni" aufgeführt wird. " Wir beginnen mit einer Anklage und beenden mit einer Hoffnung, den Kindern" so Morak dazu der kündigte an, dass im Rahmen Forums Alpbach ebenfalls diese Initiative aufgegriffen wird und auch das Konzert der Philharmoniker im April in New York in der St. Patrick Cathedral unter dies Motto gestellt wird.


Morak bedankte sich ausdrücklich bei den Sponsoren der Initiative, der Deutschen Bank und der Telekom, die im Sinne einer Private Public Partnership zusätzlich zu den bis dato zur Verfügung gestellten 6 Mio Schilling (436.000 Euro) des Bundes, denen weitere 6 Mio Folgen sollen, maßgeblich in dieses Projekt investieren. Auch der ORF ist ein wesentlicher Partner in dieser Veranstaltungsreihe" so Morak abschließend.


Einbettung ins Jahresthema der Deutschen Bank - breit und offen angelegte Initiative und vielfältige Projektreihe


Christoph Brewka, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank in Österreich, betonte, dass es für die Deutsche Bank als international tätiger Konzern eine Selbstverständlichkeit sei, sich an dieser Initiative zu beteiligen. Ein derartiges Projekt "ist eine hervorragende Einbettung in unser Konzern-Jahresthema 'Toleranz-Vielfalt, Identität und Anerkennung', das wir mit der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste gemeinsam initiiert haben", so Brewka, designierter Obmann des Trägervereins der Initiative "Kunst gegen Gewalt. Daher sei die Deutsche Bank bereits jetzt bei mehreren Projekten der Initiative unmittelbar oder mit anderen Partnern beteiligt.


Brewka stellte das Projekt "Fassaden gegen Gewalt" vor, das auch mit "museum in progress" und dem Standard durchgeführt wird. 12 verschiedene, von einer Jury ausgewählte Kunstwerke u.a. an den Fassaden der 10 österreichischen Kulturforen, des Burg- und Akademietheaters, der Wiener Staatsoper, des Rupertinums in Salzburg, in Innsbruck und Brüssel werden zu sehen sein. Abschließend richtete Brewka einen Appell an andere Unternehmen, sich dieser Initiative anzuschließen.


Als Geschäftsführerin des Projektes wird Christiane Goller-Fischer agieren und somit "Drehscheibe" für Einreichung und Bearbeitung der Projekte sein. In ihrer langjährigen Tätigkeit als Kultur- bzw. Literaturjournalistin und Kulturmanagerin sei das Thema immer wieder aufgetaucht. "Durch dies Initiative allerdings gibt es eine Dachmarke, unter der konzentriert verschiedene Projekte umgesetzt werden. Goller-Fischer kündigte an, dass auch das Radiokulturhaus als "Bühne und Plattform für verschiedene Projekte zur Verfügung stehen bzw. geplante Veranstaltungen in diesen Kontext gestellt werden".


Mit dieser breit und offen angelegten Initiative könne es gelingen, sämtliche Zielgruppen anzusprechen und den einzelnen für diese Thema zu sensibilisieren. In diesem Zusammenhang stellte Goller-Fischer ein Projekt von Rudi Dolezal und Hannes Rossacher vor, in dem durch "Spots gegen Gewalt" internationale und österreichische Persönlichkeiten in kurzen Video- und TV Spots zum Thema Gewalt bzw. gegen Stellung nehmen.


Timna Brauer präsentierte ihr Projekt "Voices für Peace", das auch unter das Motto der Initiative " Kunst gegen Gewalt gestellt wird. " Genau dieses Thema liegt mir am Herzen, da ich selber drei Kriege erlebt habe". Mit dem bereits vor zwei Jahren begonnenen Projekt, bei dem israelische und palästinensische Chöre christliche, jüdische und muslimische Lieder singen, geht Brauer in Österreich und Deutschland auf Tournee. "Dieser Rollentausch bewirkt ein Umdenken beim Publikum und bei den Künstlern. Jeder muss über seinen eigenen Schatten springen".


"Kunst nimmt immer Beobachterstatus ein. Wenn sie selbst nicht gewaltsam ist, so nimmt sie die Bilder, die Geräusche und sinnlichen Eindrücke zum Ausgangsmaterial ihrer Bearbeitung" so Rainer Metzger, der zum Thema " Bilder gegen Gewalt" sein Projekt eines kulturhistorischen Rundgangs zu exemplarischen Orten, wie beispielsweise Hieronymus Boschs' "Jüngstes Gericht" vorstellte. Diese Sammlung an Schauplätzen, Dokumenten und Zeugnissen soll eine Art Baedeker, eine Anthologie von 30-40 beschrieben Orten sein, die von Autoren kommentiert werden. "Diese zahlreichen Malereien, Bildhauerein , Architekturen haben eines gemeinsam: Sie halten eine menschliche, anthropologische Erfahrung fest, die sich um Macht, Stärke, Schmerz, aber auch um die Faszination, die sie ausüben, rankt" so Metzger abschließend.

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