ART-Clips
KUNST GEGEN GEWALT

Präsentation

13. November 2002, 10.00 Uhr
ORF-Zentrum, Atrium


"KUNST GEGEN GEWALT" ist eine Initiative des Vereines "Art und Vision" mit dem Ziel eine künstlerische und intellektuelle Debatte über ein grundsätzlich gesellschaftspolitisches Problem anzuregen.


"Kunst war immer die Schaffung einer Gegenwelt zur realen und hat sich immer all der Bausteine bedient, aus denen sich diese reale Welt zusammensetzt: Krieg, Frieden, Glück, Unterdrückung, Schmerz... Kunst ist auch ein Prozess der Sublimation und Kommunikation. Kunst ist aber auch ein Prozess des Lernens, des Verstehens, der Einsicht und der Läuterung. Das ist der Ausgangspunkt der von mir ins Leben gerufenen Initiative.", so Kunststaatssekretär Franz Morak.


Partner im Sinne einer Private Public Partnership sind der ORF, die Telekom Austria, Siemens, das Staatsekretariat für Kunst und Medien, die Österreichische Bundestheater Holding und die Deutsche Bank. Eine prominent besetzte Plattform von Kunstschaffenden und Persönlichkeiten aus dem österreichischen und internationalen Kulturleben unterstützen die Initiative.


Christoph Brewka, Präsident des Trägervereines von "KUNST GEGEN GEWALT": "Wir verfolgen gemeinsam das Ziel, das kritische Potential der Kunst zu nutzen und dadurch eine breite Öffentlichkeit für das Thema "KUNST GEGEN GEWALT" zu sensibilisieren. Im Mittelpunkt der Bestrebungen steht dabei der Dialog zwischen Kulturen, Gesellschaften und Religionen". Rudi Dolezal (DoRo) über die ART-Clips für "KUNST GEGEN GEWALT":


"KUNST GEGEN GEWALT" ist nach der AIDS-Aufklärungskampagne (1994-96) die zweite, großangelegte Spot-Kampagne des ORF im Bereich des "sozialen Engagements" (Social Advertising) für die DoRo die TV-Spots konzipiert und produziert.


Nach den Ereignissen des 11. Septembers orteten wir eine große Sprachlosigkeit in der Künstler-Szene -
Schock, Verzweiflung, Wut.


Gemeinsam mit österreichischen und internationalen Künstlern haben wir versucht, durch die Kreation eines neuen Genres des Kurzfilms, der ART-Clips, einen Beitrag gegen die Sprachlosigkeit in diesem sensiblen Bereich zu schaffen.


Herzstück der ART-Clips sind meist stundenlange, aufgezeichnete Gespräche vor der Kamera, in denen wir zusammen mit den Künstlern Auswege aus der Sprachlosigkeit, Strategien für Toleranz und Menschlichkeit sowie Worte gegen jede Form von Gewalt zu erarbeiten versuchten.
Das war nicht einfach.
Zu heikel, zu sensibel, zu komplex scheint das Thema.
Die Arbeitsergebnisse der 1. Staffel sind ermutigend, getragen vom Engagement der jeweiligen Künstler, die ihre Beiträge wie kleine Teile eines Mosaiks zu einem wichtigen größeren Zusammenhang werden ließen.


Wir danken Timna Brauer, Marianne Mendt, Patti Smith, Laurie Anderson, Hermann Nitsch und Neil Shicoff für ihren Mut bei diesem Projekt mitzumachen wie auch den vielen Künstlerinnen und Künstlern, die sich jetzt schon bereit erklärt haben, bei der 2. Staffel
(Februar 2003) mitzuwirken.


Fakten über die ORF-Aktion zu "KUNST GEGEN GEWALT"


Ab November werden insgesamt 20 Spots ("ART-Clips" von DoRo) der 1. Staffel auf der gesamten Programmoberfläche des ORF in permanenter Rotation zur Ausstrahlung gelangen.


Im Februar 2003 werden zumindest weitere 10 ART-Clips als 2. Staffel folgen (mit weiteren österreichischen und internationalen Künstlern).


Ebenfalls im Februar 2003 wird begleitend eine einstündige
TV-Dokumentation von Dolezal/Rossacher (DoRo) ausgestrahlt, die Hintergründe, weitere Künstler und historische Zusammenhänge zum Thema zeigen wird.


KUNST GEGEN GEWALT


Künstlerstatements ART-Clips, 1. Staffel


NEIL SHICOFF, Opernsänger


"Wir sind auf der Welt, um als Menschen zu wachsen und Teil dieser Entwicklung ist,
die Leute rund um uns mit einzubeziehen, mit ihnen zu wachsen und mit ihnen zu teilen.
Wenn wir das nicht schaffen, haben wir den Sinn des Lebens nicht begriffen.
Es geht im Leben nicht nur darum, wer das teuerste Auto fährt.


Solange große Länder nur von Geschäftemachen dominiert werden, und der Wohlstand nicht gerecht geteilt wird, Menschen kein Essen für ihre Kinder haben, wird sich die Gewalt fortsetzen und immer schlimmer werden, bis die Gewalt vor unserer Haustüre ankommt -
und dann ist es zu spät!
"


PATTI SMITH, Poetin


"Krieg ist unmoralisch! Die Menschen sollten aufhören, über den "Krieg gegen den Terrorismus" zu reden, was wir bräuchten ist: ein "Krieg" gegen die Armut, gegen Drogen und gegen AIDS!


In New York zu leben und mitanzusehen, wie die Twin-Towers einstürzen, war natürlich eine unfassbare Tragödie - trotzdem müssen wir zu verstehen versuchen, warum dieses Unglück geschah, die Verzweiflung und die Wut jener verstehen, die diese Tat begangen haben.
"


LAURIE ANDERSON, Performance-Künstlerin


"Ich mache mir Sorgen, ob wir es schaffen, die wirklich wichtigen Dinge zu lösen:
Keine Wut zu entwickeln und nicht zu hassen!


Wie reagierst Du, wenn Dich jemand verletzen will? Eine Möglichkeit ist : Stille.
Eine andere: den größten Feind zum Freund werden lassen. Nur so lernst Du etwas -
sonst lernt man gar nichts im Leben
."


HERMANN NITSCH, Aktionskünstler


"Krieg und Gewalt ist nicht fair. Die Gewalt ist ein schreckliches Phänomen und man kann und darf ihr nicht mit Banalität begegnen. Das glaube ich genügt, mehr kann die Kunst nicht leisten.


Ich glaube, dass man die Gewalt schon verhindern kann, in dem die Leute lernen, intensiv dazusein und glücklich zu existieren. Ganz wichtig ist das intensive Erleben, das Ausleben, dann wird nicht verdrängt, dann werden alle Energien in Leben umgesetzt und es gäbe alle diese Katastrophen nicht - und immer wieder ist es dann die Katastrophe des Krieges. Krieg ist nicht fair.


Die Lügen der Politik - das ist für mich nicht Gewalt, das ist Heuchelei, das ist giftige Sprache, die eben zu Gewalt führen kann. Gewalt ist nicht fair.
"


TIMNA BRAUER, Sängerin


"Das Wichtigste ist, aufeinander zuzugehen und versuchen, sich in den anderen hineinzuleben. Jüdische, orthodoxe Sänger besingen und beten die heiligsten Gebete der Muslime und umgekehrt: die Christen und die Muslime die heiligsten Gebete der Juden.
Bei allen Traditionen, Religionen und Ideologien geht es für mich zuerst einmal um den Menschen. Es sitzt, es steht ein Mensch vor mir und der hat eine ganz eigene Welt und den muss man erst respektieren, und ihn nicht sofort in eine Schublade stecken sondern: der Mensch ist das Wichtigste.


Ich bin eigentlich ein lebendiges Beispiel für das Multikulturelle, Vater stammt aus Österreich, Mutter aus Israel, ich bin in Frankreich aufgewachsen, und ich sehe es als ein Privileg, als eine Bereicherung, so offen zu sein für das Fremde, für das Andere.
"


MARIANNE MENDT, Sängerin und Schauspielerin,
Vorsitzende von "SOS-Mitmensch"


"Ich habe immer gesagt, auf diese typischen Fragen in einem Interview: wovor fürchten sie sich, und da sage ich auch noch immer : Dummheit.
Weil Dummheit beinhaltet eigentlich alles, Dummheit beinhaltet die Ignoranz, Dummheit beinhaltet die Intoleranz, das Scheuklappendenken, Fanatismus - und davor fürchte ich mich.


Also die Künstler, ob das jetzt Maler oder Schriftsteller oder Musiker oder Komponisten sind, das waren eigentlich immer Propheten und die haben eigentlich in ihren Werken immer schon gewarnt, gezeigt was los sein könnte, was los ist oder was los war. Die Kunst hat nie einen Krieg ausgeübt, die Kunst hat nie einen Krieg ausgelöst und die Kunst wird auch wahrscheinlich nicht bewirken, dass es keine Kriege gibt. Aber die Kunst warnt.


Wenn Du Intoleranz lehrst, wenn Du Intoleranz Deinem Kind beibringst oder vorlebst, dann wird das Kind auch intolerant werden, wenn du ein Scheuklappendenken hast, wird das Kind wahrscheinlich auch eines haben.


Es ist wirklich schwer, Menschen zu überzeugen, dass es uns alle was angeht, dass wir alle was zu tun haben, es betrifft uns alle, es ist unser Problem und das beginnt eben mit dem Respekt, mit der Achtung vor Menschen, in allem was sie tun, sie zu tolerieren - und das muss man den "kleinen Zwergerln" (unseren Kindern) schon beibringen
."


Die Bios der Künstler:


Neil Shicoff
www.opernhaus.ch/pressinfo/biographien/shicoff.htm


Patti Smith
www.laut.de/wortlaut/artists/s/smith_patti/


Laurie Anderson
www.laurieanderson.de


Hermann Nitsch
www.nitsch.org


Timna Brauer
www.brauer-meiri.com


Marianne Mendt
www.mariannemendt.at


Über RUDI DOLEZAL und HANNES ROSSACHER (DoRo):


Das Regie- und Produzentenduo Rudi Dolezal und Hannes Rossacher (DoRo) arbeitet seit mehr als 25 Jahren mit ihrer DoRo-Produktion erfolgreich mit in- und ausländischen Stars im Bereich der Popkultur für vielbeachtete TV-, Film- und Video-Produktionen zusammen.


Als erste und einzige deutschsprachige Regisseure gleich zweimal für den GRAMMY, den "Oscar der Popmusik", nominiert, gewannen sie mit ihren Arbeiten national wie international fast alle relevanten Preise und Auszeichnungen:


mehrfache Sieger beim New York Film-Festival, US-Filmfestival Chicago, Bronzener Löwe beim Filmfestival in Cannes, 2fache Gewinner der "Goldenen Rose von Montreux" (inoffizielle Weltmeisterschaft der TV-Unterhaltung), mehrere MTV- und VIVA-Awards ("Comet"), 4-malige Gewinner des ECHO (Deutscher Schallplattenpreis), 3-malige Gewinner des "Amadeus" (Österreich), Siege beim "Filmfest" in Rio de Janeiro, den BRITS (England), "Monitor"-Award (International Teleproducing Society, Los Angeles) bis zum österreichischen Staatspreis für Film und 2-maligem Gewinn der ROMY.


Arbeiten mit internationalen Stars wie Freddie Mercury und QUEEN, den Rolling Stones, Whitney Houston, Bruce Springsteen, David Bowie, Michael Jackson, Oasis, Miles Davis, Placido Domingo,
deutschen Größen wie Herbert Grönemeyer, Udo Lindenberg, Nina Hagen,
Marius Müller-Westernhagen, Xavier Naidoo, Sarah Connor, den Fantastischen Vier,
Trio oder Den Toten Hosen und
österreichischen Stars wie Wolfgang Ambros, Rainhard Fendrich, Georg Danzer, STS oder EAV begründeten ihren nationalen wie internationalen Ruf als erfolgreiche Musikfilmer.


Dolezal und Rossacher, deren Karriere bei der ORF-Jugendsendung "Ohne Maulkorb" begann, waren aber auch schon immer im Bereich des sogenannten "Social Advertising" engagiert aktiv und erfolgreich:


So war Dolezal Initiator der Afrika-Hilfsaktion "AUSTRIA for AFRIKA" für Karl Heinz Böhms "Menschen für Menschen" (1985), gestalteten DoRo die AIDS-Aufklärungskampagne mit dem ORF in den Jahren 1994-96, die im In- und Ausland für große Beachtung sorgte und setzten mit Produktionen wie Spots gegen Kindesmissbrauch, für Klimaschutz oder für die ORF-Aktion "Nachbar in Not" neue Maßstäbe.


Ihre Mitwirkung als Gestalter (Buch und Regie) und Produzenten der von ihnen kreierten
ART-Clips für die Aktion "KUNST GEGEN GEWALT" ist daher auch im Zusammenhang ihres jahrelangen sozialen Engagements zu sehen.


KUNST GEGEN GEWALT
Das Team der Art-Clips von DoRo


Für den Verein "Art & Vision":
Mag. Christiane Goller-Fischer


Für den ORF:
Programmdirektor Dr. Reinhard Scolik


Für die Telekom Austria:
Ing. Mag. Rudolf Fischer


Für die Deutsche Bank:
Christoph Brewka


Buch Creativ-Concept
RUDI DOLEZAL DAS MEDIENSTUDIO/MFF


Kamera Offline
HERMANN DUNZENDORFER DoRo PURKERSDORF

Ton Regie & Produktion
BERHARD MEHL RUDI DOLEZAL &
ROLAND WINKLER HANNES ROSSACHER
ALEXANDER ZITTNER


Schnitt Eine DoRo Produktion
ROMAN EICHBERGER für den ORF
BRITTA NAHLER und
"Art & Vision"


Schnittassistenz
STEFAN SCHULZ


Tonmischung
NIKI YVON


Grafik
DAN NEISS


Producer
SUSANNE BERGER



Der ORF als Partner von KUNST GEGEN GEWALT


Der ORF hat von Beginn an die Zielsetzung und die vielfältigen Aktivitäten der Initiative
KUNST GEGEN GEWALT unterstützt: Als Zielsetzung formulierte Staatssekretär Franz Morak bei der Vorstellung der Initiative, "die Öffentlichkeit durch die Mittel und Ausdrucksweisen der Kunst mit diesem Thema zu konfrontieren und zu sensibilisieren." In einer Reihe von Veranstaltungen aus den verschiedensten Kunstsparten - von "Jenufa" in der Staatsoper bis zum Salzburger Jazzherbst, von der Malerei bis zur Performance im öffentlichen Raum - die unter das Motto KUNST GEGEN GEWEALT gestellt werden, sollen die vielfältigen Ursachen von Gewalt in unserer Gesellschaft mit künstlerischen und kreativen Mitteln thematisiert werden. Der ORF will damit den Diskurs zum Thema Gewalt - gerade nach den furchtbaren Terroranschlägen des 11. September 2001 in New York - fördern. Personell ist der ORF durch Programmdirektor Dr. Reinhard Scolik im Vorstand des Vereins vertreten.


In erster Linie kommt die Partnerschaft des ORF durch eine kontinuierliche und umfassende Berichterstattung über die vielschichtigen Aktivitäten der Initiative zum Ausdruck: Über Radio, Fernsehen und Internet konnte das große ORF-Publikum mit den Zielen und den Projekten vertraut gemacht werden. So vielschichtig die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt im Einzelnen ist, so vielseitig waren die bisherigen Aktionen von
KUNST GEGEN GEWALT angelegt, über die der ORF berichtet hat. Die Palette reicht von FLATZ in Krems (und in "Treffpunkt Kultur") bis hin zur Übertragung des Gedenkkonzerts zum 11. September der Wiener Philharmoniker aus der St. Patricks Cathedral in New York am
24. März 2002 im ORF.


Für die von DoRo gestalteten ART-Clips stellt der ORF Sendeplätze zur Verfügung. Eine zweite Staffel ist bereits in Vorbereitung, eine Dokumentation mit österreichischen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern ist ebenfalls in Planung. Die Statements der österreichischen und internationalen Künstler berühren durch Präzision und persönliche Betroffenheit. So sind die ART-Clips und in weiterer Folge auch die Dokumentation weitere Bausteine in der Zielsetzung, eine möglichst große Zahl von Menschen für die Auseinandersetzung mit dem Thema
KUNST GEGEN GEWALT zu sensibilisieren. Die Dokumentation wird voraussichtlich im Frühjahr im ORF-Programm zu sehen sein.


Dank der Unterstützung des Vereins, gibt es einen weiteren Beitrag des ORF: "Confetti TiVi", das Kinderprogramm des ORF, ruft die jüngsten ORF-Zuschauer auf, sich in Plakatentwürfen mit dem Thema Gewalt kreativ auseinander zu setzen. Dass auch Kinder - leider - nicht von Gewalt verschont bleiben, ist eine Tatsache. Diese Aktion soll Kinder ermuntern, sich spielerisch mit dem Thema zu beschäftigen. Eine Belohnung gibt es natürlich auch: Aus den eingesandten Entwürfen werden die interessantesten Sujets ausgewählt. Die besten Werbeprofis Österreichs garantieren eine professionelle Umsetzung. Schließlich werden diese Sujets in die Wanderausstellung "Werber gegen Gewalt" integriert. Der ORF dankt im Namen der Kinder allen Unterstützern, dass diese Idee Wirklichkeit werden kann.

www.kunstgegengewalt.at Für Rückfragen:
Verein Art & Vision
p.A. Deutsche Bank
Hohenstaufengasse 4
1010 Wien
info@kustgegengewalt.at
Agentur Dohr
Ulli Dohr / Herta Cech
Tel. 01 532 16 15
Fax. 01 532 16 19
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