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Der Kunstform Oper wird (allzu) oft unterstellt, sie böte
uns Menschen des dritten Jahrtausends Harmonie und schöne Klänge,
hätte uns aber inhaltlich nichts oder nur wenig "zu sagen".
Dieser Oper aus dem frühen 20. Jahrhundert ist jedoch so gut
wie nichts Menschliches fremd; dieses Faktum macht sie zeitlos aktuell
und positioniert sie paßgenau in die Veranstaltungsreihe der
Aktion "KUNST GEGEN GEWALT".
Schon der Eifersuchts-Plot zwischen Stewa und seinem Stiefbruder
Laca weist eindringlich auf den Aspekt der Gewalt hin, wenn Laca
Jenufa für sich will und ihre "apfelglatten Wangen"
mit einem Messer verstümmelt, um die Titelheldin so für
Stewa weniger begehrenswert zu machen. Die Eskalation der Gewalt
schlechthin ist zweifellos der Mord an Jenufas Kind.
"Jenufa" besticht daher vor allem auf der psychologischen
Ebene, und speziell in den Soloszenen wird ein virtuoses Bild der
mit Extremsituationen konfrontierten Individuen realisiert. Nicht
umsonst bezieht die Handlung ihre Spannung immer wieder aus gewaltassoziierten
Einzelheiten wie dem Peitschenstil, an dem Laca schnitzt, dem wilden
Gehabe der Rekruten und schließlich dem bedrohlichen Verhalten
der Menge der vermeintlichen Kindesmörderin Jenufa gegenüber,
die der Lynchjustiz nur knapp entgeht. In der Überwindung dieser
(allzu) menschlichen Verhaltensmuster gelingt Janácek ein
eindringliches und vor allem absolut glaubwürdiges Plädoyer
"gegen die Gewalt". Jenufa ist ein zeitloses KunstWerk
im Geist der Versöhnung, des Glaubens an ewige menschliche
Werte und an die Liebe.
Leos Janácek war bereits 50 Jahre alt, als diese Oper 1904
in Brünn uraufgeführt wurde. Er hatte ein Jahrzehnt an
ihr gearbeitet - meist nachts, weil er am Tag an der Lehrerbildungsanstalt
zu arbeiten hatte. Der große Komponist hat wohl einige autobiographische
Züge in sein Werk verwoben, so nimmt man etwa an, dass Jenufa
gar nicht wenig mit Janáceks Tochter Olga gemein hat, die
tragisch starb ...
KUNST GEGEN GEWALT
Auf Anregung von Kunststaatsekretär Franz Morak hat sich eine
Initiative gebildet, die in den nächsten Monaten eine Projektreihe
zum Thema "KUNST GEGEN GEWALT" veranstaltet: "Gewalt in all ihren Erscheinungsformen hat Ursachen, die
in Wahrnehmungsdifferenzen zwischen einzelnen Menschen, Gruppen
oder Nationen liegen und sich in Machtstrukturen, Ideologien und
Herrschaftskonzepten manifestieren, welche dann mit gewalttätigen
Mitteln durchzusetzen versucht werden. Millionen von Menschen erleben
Gewalt, Krieg, Verletzungen und Unterdrückung ihrer Menschenrechte
und -würde als leidvolle Alltagsrealität.
Vor diesem Hintergrund sowie den Ereignissen des vergangen Jahres
und deren Folgen wurde die Initiative "KUNST GEGEN GEWALT"
ins Leben gerufen. Sie hat das Ziel, die Öffentlichkeit durch
die Mittel und Ausdrucksweisen der Kunst mit diesem Thema zu konfrontieren
und zu sensibilisieren.
Geplant sind eine Reihe von Veranstaltungen aus den verschiedensten
Kunstsparten, die unter das Motto "KUNST GEGEN GEWALT"
gestellt werden bzw. die vielfältigen Ursachen von Gewalt in
unserer Gesellschaft mit künstlerischen Mitteln thematisieren."
Geschäftsführung: Christiane Goller-Fischer Vorstand: Christoph Brewka
Rudolf Fischer
Albert Hochleitner
Heinrich Keller
Johannes Kyrle
Alois Schittengruber
Reinhard Scolik
Georg Springer
Plattform "Kunst gegen Gewalt"
Carl Aigner, Thomas Angyan, Klaus Bachler, Erich Buxbaum, Gerhard
Feltl,
Gerda Fröhlich, Tillmann Fuchs, Ingrid Haimböck, Petra
Hauser, Clemens Hellsberg,
Frank Hoffmann, Ioan Holender, Hans Hollein, Agnes Husslein, Andrea
Jungmann,
Christian Knechtl, Edelbert Köb, Christoph Lieben-Seutter,
Dominique Mentha,
Stephan Nistler, Elisabeth Ochsner, Gustav Peichl, Wolf D. Prix,
Helga Rabl-Stadler,
Günther Rhomberg, Matthias Ruegg, John Sailer, Klaus Albrecht
Schröder,
Harald Serafin, Markus Spiegelfeld, Felix Unger, Wolfgang Waldner,
Harry Weber,
Peter Weibel, Sarah Wilson
KUNST GEGEN GEWALT
Millionen von Menschen erleben Gewalt, Krieg, Verletzungen und Unterdrückung
ihrer Menschenrechte und -würde als apokalyptische Alltagsrealität.
Vor diesem Hintergrund sowie den Ereignissen des vergangen Jahres
und deren Folgen wurde von Kunststaatssekretär Franz Morak
das Projekt und die Initiative "Kunst gegen Gewalt" ins
Leben gerufen. Sie hat das Ziel, die Öffentlichkeit durch die
Mittel und Ausdrucksweisen der Kunst mit diesem Thema zu konfrontieren
und zu sensibilisieren.
Es soll ein breiter Diskurs entstehen, der mit einer formalen -
dem Logo - und einer weiten thematischen Klammer verkoppelt ist.
Die Aktivitäten sollen von künstlerischen Initiatoren
und Institutionen im Prinzip selbst getragen werden, jedoch ist
für verschiedene Aktivitäten eine finanzielle Unterstützung
als zusätzliche Animation vorgesehen. Die Bewussteinsbildung
soll nicht nur durch künstlerische Präsentationen, sondern
auch durch Benefizveranstaltungen gefördert werden, mit denen
konkrete Hilfe geleistet wird. Die Einnahmen dieser Veranstaltungen
sollen über Hilfseinrichtungen Gewaltopfern aus dem In- und
Ausland zugute kommen. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler
haben bereits ihre konzeptionelle und aktive Mitarbeit bei einzelnen
Projekten zugesichert. Um die Vielfalt der eingebrachten Ideen sinnvoll zu koordinieren
und umzusetzen wurde ein vorläufiges Programmraster erarbeitet,
der bewusst eine breite Palette verschiedener Kunstsparten und künstlerischer
Präsentationsformen ins Auge fasst.
| www.kunstgegengewalt.at
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Für Rückfragen:
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Verein Art & Vision
p.A. Deutsche Bank
Hohenstaufengasse 4
1010 Wien
info@kustgegengewalt.at
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Agentur Dohr Ulli Dohr / Herta Cech Tel. 01 532 16 15 Fax. 01 532 16 19 office@dohr.net
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