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"KUNST GEGEN GEWALT" präsentiert dieses enorme künstlerische
Engagement in zwei Programmpunkten: Die Ausstellung "Arnold
Schönberg und sein Gott" thematisiert in historischbiographischen
Dokumenten und bildnerischen Werken Schönbergs religiösen
Werdegang und dessen wesentliche Impulse auf seine Werkgeschichte
sowie die vielfältige Reflexion des unaussprechlichen, undarstellbaren
Gottes. Dabei illustrieren u. a. Manuskripte aus dem Nachlass wie
z. B. Schriften zum Judentum und das "Kol Nidre" op. 39,
wie untrennbar der Gottesbegriff Schönbergs mit einem allgemeinen
ethischen Konzept verbunden ist.
Darüber hinaus veranstaltet - bereits zum vierten Mal in
Folge - das Arnold Schönberg Center in Kooperation mit dem
Wissenschaftszentrum Arnold Schönberg ein großes wissenschaftliches
Symposium zu Leben und Schaffen des großen Meisters der Wiener
Schule. Der Event widmet sich Schönbergs Religiosität
und Ethik, seiner jüdischer Identität, Schriften zum Judentum
sowie darauf Bezug nehmenden Kompositionen. Die wissenschaftlichen
Vorträge knüpfen eng an der am Center zugleich gezeigten
Ausstellung von historischen, musikalischen und biographischen Dokumenten
an: religiöse, philosophische und weltanschauliche Perspektiven
des Komponisten als biographischer und künstlerischer Reflex
der Zeitgeschichte eines halben Jahrhunderts.
Schon um 1908 hatte
der große Musiker damit begonnen, sich intensiv mit Grundfragen
menschlicher Existenz und der Kunstreligion, die er in einer subjektiv
indizierten "Weltanschauungsmusik" zum Ausdruck brachte,
auseinanderzusetzen. Ein herausragendes Beispiel dafür ist
das unvollendete, monumentale Oratorium
"Die Jakobsleiter". In den 1920er Jahren schuf Schönberg
im Zuge seiner Ausein-andersetzung mit religionsphilosophischen
Fragen die Oper "Moses und Aaron" nach eigenem Libretto
auf der Basis des Alten Testaments und damit ein faszinierendes
Gesamtkunstwerk.
Nach dem ersten Tonträger "Physical Sculpture" im
Jahr 1998 entstand 2000 in Zusammenarbeit mit Ex-Kraftwerk-Mitglied
Karl Bartos die CD "Love & Violence" in London mit
dem Schwerpunkt auf elektronischem Sound, denn laut Flatz ist "akustisch
erzeugte Musik ein Relikt wie die Oper".Die Arbeiten von Wolfgang
Flatz kreisen beharrlich um die Gewalt: Seine "Demontagen"
rufen ein starkes Potenzial der Eigen- und Fremdaggression ab, wenn
beispielsweise ein Vorstadthaus gesprengt wird und gleichzeitig
das Belcanto einer Altistin zu hören ist.
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