KUNST GEGEN GEWALT präsentiert im Rahmen der Ars Electronica

WE FALL von Uri Dotan

8.9.02, 10 Uhr bis 12.9.02, 19 Uhr Brucknerhaus, Linz


Uri Dotan sieht seine künstlerische Arbeit gegen die Gewalt als Schnittstelle zwischen realem und virtuellem Raum. Indem er das "Bekenntnis" des Daniel Pearl manipuliert und verfremdet, zeigt er uns eine misslungene Imitation einer grausamen Realität.


"Die Kinder schlagen die Fenster ein, wenn ihre Lehrer nicht zugegen sind; die Soldaten legen Feuer an das Lager, das sie verlassen, allen Befehlen des Feldherren zum Trotz; ohne Hemmung zerstampfen sie das hoffnungsvollste Ährenfeld und reißen stolze Bauwerke nieder", fragt uns Dotan im Sinne Vauvenargues'.


"Was zwingt sie, überall tiefe Spuren der Barbarei zu hinterlassen? Ist es allein die Lust am Zerstören? Oder sollten die schwachen Seelen in der Zerstörung sich zu Kühnheit und Kraft erheben wollen?"


Dotan akzentuiert seine Visualisierung als im wahrsten Wort-Sinn gewaltige Hypothese:


Die Pearl-Tragödie war ein Ereignis, das tatsächlich stattgefunden hat, jedoch im virtuellen Medienraum.


Der Protagonist war eine paradigmatische Medienperson, nämlich ein Journalist und somit eine Person, deren Auftrag und Beruf die Darstellung der - auch - gewalttätigen Realität ist.


"We Fall" setzt auf die gebrochene Kraft der Letzten Worte Pearls, auf Manipulation und Dekonstruktion von Nachrichten und Informationen und auf eine virtuelle (und: virtuose) Kunst-Sprache mit hybriden Halbwahrheiten und fügt sich als Veranstaltung im Rahmen der Ars Electronica damit paßgenau in die Aktion "Kunst gegen Gewalt" ein.


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