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Waris Dirie wurde und wird weltweit als eine der schönsten
und interessantesten Frauen wahrgenommen. Ihre Geschichte liest
sich wie eine Vorwegnahme der Initiative KUNST GEGEN GEWALT auf
der biographischen Ebene, und zynisch ließe sich formulieren,
würde man Diries Lebenslauf nicht kennen, könnte man einen
zumindest ähnlichen erfinden, um prägnant und gleichzeitig
erschreckend darzustellen, wogegen sich KUNST GEGEN GEWALT wendet.
Dirie war etwa fünf Jahre alt, als sie genital verstümmelt
wurde. Acht Jahre später sollte sie an einen Mann verheiratet
werden, der ihr Großvater hätte sein können und
der bereit war, fünf Kamele für seine Braut zu bezahlen.
Das Mädchen weigerte sich und flüchtete in die Wüste.
In einer wahren Odyssee kam Dirie über Umwege nach Mogadischu
und schließlich nach London, wo sie mit etwa 18 von einem
Modefotografen entdeckt und dank Titelblättern von "Vogue"
und "Elle", Anzeigen für L'Oréal und Revlon
und nicht zuletzt dem berüchtigten Pirelli-Kalender weltberühmt
wurde.
Die Somalierin schrieb Bestseller wie "Wüstenblume"
und "Nomadentochter" und widmet sich als UNO-Sonderbotschafterin
ganz dem Kampf gegen die Unterdrückung der Frauen in ihrer
Heimat. FGM (female genital mutilation) als permanent unfaßbare
institutionalisierte Grausamkeit, die noch heute in mehr als zwei
Dutzend Ländern praktiziert wird, ist nach wie vor eines der
wichtigsten Ziele, die es für Dirie zu bekämpfen gilt.
Für die Wiener "schule der dichtung" leitet sie
zehn Wochen lang eine Klasse der virtuellen Akademie. Im RadioKulturHaus
spricht Waris Dirie über ihren für die Aktion KUNST GEGEN
GEWALT prototypischen Lebenslauf, präsentiert somalische Lyrik
und stellt ihre Stiftung "Desert Dawn" vor.
| www.kunstgegengewalt.at
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