WIEN NEW YORK RETOUR

Metropol, Wien 11. September 2002

"Wo Gewalt angewendet wird, wird Gewalt geweckt.", hat der deutsche Philosoph Karl Jaspers festgestellt. Damit hat er den 11. September 2001 vorweggenommen, dass ein Unmaß an Gewalt auch zu einem großen Weckruf der Gegengewalt führen kann. Die Fernsehbilder vom bereits brennenden ersten Turm und dem sich nähernden zweiten Flugzeug vor dem Hintergrund einer riesigen Rauchwolke haben sich in unser Gedächtnis eingebrannt.


"KUNST GEGEN GEWALT" will helfen, die pessimistische philosophische Aussage von Jaspers zu widerlegen. Die Menschheit darf sich nicht zum Sklaven des "Aug um Aug, Zahn um Zahn" machen, denn ein Unmaß an Gewalt muss nicht zwangsläufig zu Gegengewalt führen.


Diesem Bekenntnis haben sich Künstler mit verschiedensten Mitteln verschrieben. Der weltbekannte Musiker Bruce Springsteen etwa hat vor wenigen Tagen seine neue CD "The Rising" präsentiert, auf der er der Toten der Terroranschläge vom 11. September gedenkt. Er sagt: "Ich bin mir sicher, dass es in einiger Zeit mehr Kunstwerke geben wird, die sich mit diesem Datum beschäftigen."


Ein solches Opus ist das Multimedia-Projekt für Musiktheater "Wien New York Retour", für das sich im Zeichen von "Kunst gegen Gewalt" u. a. Sergei Dreznin, Dennis Kozeluh, Slash und Metropol-Direktor Peter Hofbauer gemeinsam engagieren. Dreznin hat bereits Werke über Theresienstadt, den Bosnienkrieg und über den Aufstieg rechtsextremer Politiker in Europa komponiert und sich auch damit mit gewaltigen Verstörungen künstlerisch auseinandergesetzt.


"Wien New York Retour" thematisiert den Verlust von Naivität und Unbekümmertheit in einem morbiden Zeitalter und passt damit exakt in die Veranstaltungsreihe der Aktion "Kunst gegen Gewalt".

 

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